Vorwort
 

Entwickler stehen immer wieder vor der Entscheidung, welches System soll angeschafft werden, in welcher Entwicklungsumgebung fühle ich mich am sichersten, was ist am kompatibelsten zu anderen Plattformen.

Somit bleibt konkret nur eine Entscheidung übrig. Jeder Entwickler muß sich die für Ihn beste und kompatibelste Plattform zur Entwicklung selbst suchen, und das wird von Projekt zu Projekt neu bewertet. Es gibt keine gute oder schlechte, der Rechner selbst bietet nur ein Grundgerüst, auf welchem man entwickelt. Entscheidend für das Produkt aber sind die Programme, die plattformübergreifende Arbeitsweise und deren Bedienungskomfort.

 
Unterschiedliche Rechner
 

Die derzeit am Markt befindlichen Rechner lassen sich in 3 Kategorien einteilen - ohne dabei zu sehr zu verallgemeinern.

  • Macintosh Rechner
  • Windows Rechner
  • Unix basierende Rechner

Macintosh - Ursprünglich in der Grafikindustrie, Soundtechnik und Agenturen angesiedelt war aufgrund der extra für diesen Rechner entwickelten Software lange Zeit Marktführer gerade für diese Branche. Auch durch die gebotene Anbindung an Belichter, Scanner usw. war dieses System lange Zeit unumstritten. Die Vorteile dieses Systems liegen heute bei der Mehrfachdatennutzung. Viele Agenturen und Grafiker sind mit diesem System in den DTP-Bereich eingestiegen und arbeiten aus dem selben Grund immer noch mit diesen Geräten, weil man ein gut funktionierendes System selbstverständlich nicht verändert. Daher kann der Entwickler fertige Scans, Grafiken etc. direkt oft ohne großen Konvertierungsaufwand übernehmen, ohne sich um spezielle Grafikformate kümmern zu müssen.

 

Vorteil

  • wenn die Zulieferindustrie mit diesem System arbeitet, vereinfacht das dem Entwickler die Arbeit
  • Mehrbildschirmlösungen möglich
  • Gute und Stabile Softwareentwicklung für dieses System, vorallem für DTP und Bildbearbeitung

Nachteil

  • künstlich hochpreisig gehaltenes System
  • Systemkomponenten oft nur nach langwierigen Bestellformalitäten rasch lieferbar
  • im Heimbereich kaum verbreitet
 

Windows - Für dieses System werden, beobachtet man den Markt ein wenig, die meisten Spiele, Anwendungen und Bearbeitungsprogramme geschrieben. Sowohl in der Industrie, im Bankwesen, Verrechnungs-
systeme, die meisten Applikationen laufen auf Windows basierenden Systemen.

 

Vorteil

  • durch starken Konkurrenzdruck im Verkauf ist ein durchschnittlich guter Rechner heutzutage für jedermann erschwinglich und daher auch weit verbreitet. Systemkomponenten wie Soundkarten, Bildschirmkarten, Videokarten etc. gibt es in jeder Preiskategorie und sind großteils herstellerunabhängig kompatibel.
  • die früher nur auf Macintosh betriebenen Programme wie z.B. Photoshop sind mittlerweile auf Windows-Rechnern ebenso erhältlich mit dem gleichen Funktionsumfang.
  • große Kundenakzeptanz

Nachteil

  • Billiganbieter mit Rechnern zusammengestoppelt aus Billigbauteilen ruinieren das Vertrauen der Anwender und Käufer.
  • schlecht programmierte Programme überschwemmen den Markt mit Datenmüll, der niemandem Freude macht.
 
Unix - findet in speziellen Anwendungsgebieten Verwendung, z.B. Silicon Graphics Rechner für Computeranimation oder Sun-Rechner für Desktop Publishing-Bereich.
 

Vorteil

  • hochtechnische Hardware mit Geschwindigkeitsvorteilen
  • leicht erlernbare, intuitive Benutzerführung der Systeme
  • light-Version von UNIX (LINUX) auch auf normalen Dos-Rechnern installierbar

Nachteil

  • wenig Verbreitung, noch wenig Kundenakzeptanz
  • sehr hochpreisige Soft-/Hardware (Sun-Solaris)
  • großes Fachwissen für Installationen notwendig - noch kaum Multimediale Anwendungen vorhanden
Unterschiedliche Oberflächen
 
Verschiedene Rechner gleich verschiedene Betriebssysteme - so sollte man generell meinen. Bei näherer Betrachtung der einzelnen Systeme jedoch fällt auf, daß der Unterschied nicht all zu groß ist. Die einzelnen Oberflächen nähern sich gegenseitig immer mehr und werden zwar einerseits in der Bedienung immer komplizierter - andererseits immer intuitiver bedienbar und leistungsfähiger. UNIX als Betriebssystem hat im Multimediabereich bisher noch kaum Verbreitung. Deshalb sind die für Entwickler im Moment wichtigsten Betriebssysteme und Oberflächen Macintosh und Windows-Rechner.
 

Was nun bezeichnet man als eine Oberfläche?

Die dem Benutzer eines Programmes zur Verfügung gestellte grafisch-/technische Darstellung und Funktion. Die Sourcen, welche von den einzelnen Rechnersystemen dafür zur Verfügung gestellt werden, unterscheiden das Aussehen und die Funktionalität auf dem Bildschirm sowie innerhalb des Programmes. DieSteuerung von Geräten, z.B. Soundkarten, Drucker etc, werden innerhalb der Oberfläche mittels sogenannter "Treiber" realisiert, welche geschrieben werden aufgrund der Vorgaben die die Oberfläche vorgibt.

Man kann zum heutigen Zeitpunkt bereits sagen - Es gibt für den Entwickler im Grunde weder von der Funktionalität noch im Können der einzelnen Oberflächen einen Unterschied, nur die Arbeitsfenster sehen anders aus.

 
Plattformübergreifende Formate
 
Dateiformate sind dazu notwendig, damit eine Datei von einem Programm wiedererkannt wird. Unter Windows gibt es dazu eine sehr nützliche Einrichtung, die sogenannte Datei-Extention. Ein sehr brauchbares Instrument, wenn man eine Datei identifizieren oder suchen möchte. Nicht, daß man dies nicht auch wie beim Macintosh mittels eines kleinen Icons erkennen könnte, jedoch erlaubt ein Blick auf die letzten 3 Zeichen ein erleichtertes Erkennen oder ein eingeschränktes schnelleres Suchen und Finden. Bisher war man unter Dos/Windows bei der Dateibenennung auf lästige 8 Zeichen beschränkt. Seit Windows95 ist auch mit dieser Einschränkung vorbei.
 

Die unproblematischsten zu verarbeitenden Formate sind:

Bildbearbeitung (z.B. aus Photoshop heraus)

  • PSD (Photoshop eigenes Format) gemeinsames Dateiformat
  • TIFF (Tif bei Windows) gemeinsames Dateiformat
  • PICT (Pic/Pct bei Windows) gemeinsames Dateiformat
  • GIF gemeinsames Dateiformat
  • JPEG (Jpg bei Windows) gemeinsames Dateiformat
  • EPS gemeinsames Dateiformat

Vektor-/Grafikbearbeitung

  • AI/EPS (aus Streamline) gemeinsames Dateiformat
  • EPS (aus Freehand) gemeinsames Dateiformat
  • AI (aus Illustrator) gemeinsames Dateiformat
  • CDR (aus Corel Draw) gemeinsames Dateiformat

Autorensysteme

  • DIR (aus Macromedia Director) gemeinsames Dateiformat
  • PDF (aus Acrobat) gemeinsames Dateiformat
  • FLA (aus Macromedia Flash) gemeinsames Dateiformat

Videobearbeitung

  • MOV (aus Apple Quicktime) gemeinsames Dateiformat

Internet

  • HTML (htm für Windows) gemeinsames Dateiformat
  • DCR (Shockwave - Macromedia) gemeinsames Dateiformat
  • SWF (Shockwave - Macromedia) gemeinsames Dateiformat

Texterfassung

  • TXT (aus Word)

Soundbearbeitung

  • WAV (aus Windows) Windowsformat, auf Macintosh abspielbar
  • AIFF (Aif bei Windows) Macintoshformat, auf Windows abspielbar

Diese Liste erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, jedoch werden Ihr mit diesem Grundstock an Formaten in der Regel in der Lage sein, eine Anwendung herzustellen, die auf beiden Plattformen problemlos funktioniert.

 
Autorentools im Überblick
 
Autorentools gibt es im Moment sehr viele am Markt, jedoch wird sich zeigen, wieviele dieser Programme im Endeffekt überleben werden. Sehr hohe Anforderungen, z.B. Internet-Fähigkeit, umfassende Abspielmöglichkeiten auf mehreren Plattformen, Einbindung von vielerlei Mediaelementen werden die Spreu vom Weizen trennen. Einen kleinen Überblick soll die folgende Auflistung der am weitesten verbreiteten Tools geben.
 

Nur Windows Entwicklungs- und Abspielplattform

  • Multimedia Toolbok (Asymetrix)
  • Toolbok II (Asymetrix)
  • Click & Create (Corel) Macintosh-Version angekündigt
  • Icon Author (Aimtech) Macintosh-Version angekündigt
  • Mediator

Nur Macintosh Entwicklungs- und Abspielplattform

  • Click Works (Scitex)
  • Media Toolkit (Apple)
  • HyperCard (Apple)
  • SuperCard (Apple)
  • Immedia (Quark) jedoch Abspielplattform für beide Systeme

Gemeinsame Entwicklungs- und Abspielplattform

  • Authorware (Macromedia)
  • Director (Macromedia)
  • Flash (Macromedia)
  • Adobe Acrobat
Plattformübergreifende Programme
 
Als Entwickler ist man mit einer Vielzahl von Programmen konfrontiert, die zur Herstellung der Anwendungen notwendig sind - unabhängig von der Plattform, auf der entwickelt wird. Nun gibt es allerdings gerade in der Grafik und Multimediabranche viele Programme, die sowohl in der Bedienung, wie auch in den Funktionen völlig gleich sind.
 

Bildbearbeitung

  • Photoshop (Adobe)

Vektor-/Grafikbearbeitung

  • Streamline (Macromedia)
  • Freehand (Macromedia)
  • Illustrator (Adobe)
  • Corel Draw (Corel)

Autorensysteme

  • Director (Macromedia)
  • Flash (Macromedia)
  • Dreamweaver (Macromedia)

Videobearbeitung

  • Premiere (Adobe)

Internetbrowser

  • Internet Explorer (Microsoft)
  • Navigator/Communicator (Netscape)

Diese Programme arbeiten auf Macintosh wie auf Windows problemlos miteinander zusammen, soferne man einige Spielregel beachtet, im Sinne plattformübergreifender Datei-Formate.

 

 
 
 
Update - 12.Dez.1999
 
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